A Gun for Jennifer
A Gun for Jennifer als Low-Budget-Streifen zu bezeichnen ist keine Beleidigung. Das weiss der Macher Todd Morris selbst. Die weibliche Hauptrolle ist mit Deborah Twiss besetzt, einer Amateurin, wie die anderen Schauspieler auch.
Worum geht es: um einen Rachefeldzug einer Gruppe von Frauen, die ohnehin vorhat, die Stadt von männlichen Gangs zu befreien, als eine neu zugereiste Frau, Jennifer, nur kanpp einer Vergewaltigung entgeht. Jetzt legt die Frauenpower, deren neues Mitglied Jennifer wird, erst richtig los.
Das haben Thelma und Louise ja auch schon getan, aber A Gun for Jennifer ist kein edler Rachefeldzug à la Susan Sarandon; hier geht es zur Sache, vornehme Zurückhaltung und gepflegte Outfits gibt es nicht. Der Film greift das Thema des Grindhouse-Kinos auf, er ist brutal und schrill, schafft es aber dennoch, als unterhaltsam eingestuft zu werden, und einen gewissen Kultstatus hat er auch.
Übrigens kann die Hauptdarstellerin Twiss auf ähnliche Lebensumstände zurückblicken; wie Jennifer kam auch sie mit dem Traum, Schauspielerin zu werden nach L.A.. Aber wie so viele mit den gleichen Hoffnungen wurde sie Barmädchen und Stripperin, und in eben diesem wenig sentimentalen Milieu spiel A Gun for Jennifer ja auch. Twiss lernte dann Todd Morris kennen, und die beiden beschlossen, sich an einem Drehbuch zu versuchen. Zur Finannzierung nahm Deborah Twiss eine zweite Beschäftigung als Stripperin an. Der Film konnte dann fast nicht fertiggestellt werden, weil ein windiger Geldgeber auftrat, der nur darauf aus war, illegales Geld zu waschen. Aber der Dreh konnte zu Ende gebracht werden.
Regisseur Todd Morris mit Deborah Twiss wollten provozieren, schockieren, sie wollten einen lauten Film liefern, und das ist ihnen trefflich gelungen. Lassen Sie sich doch einmal ganz entspannt auf dieses Underground-Kino ein.